Hausärzteverband Niedersachsen unterstützt Nutzung persönlicher Identifikationsnummer

Die Bundesregierung plant, die persönliche Identifikationsnummer (IdNr) künftig auch im Gesundheitswesen stärker zu nutzen. Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband Niedersachsen begrüßt diesen Vorstoß ausdrücklich. Eine einheitliche Identifikation kann Verwaltungsaufwand reduzieren, Prozesse vereinfachen und dazu beitragen, vorhandene Mittel zielgerichteter einzusetzen. Gleichzeitig schafft sie eine wichtige Grundlage für das geplante Primärarztsystem.
Die persönliche Identifikationsnummer hat den Vorteil, dass sie nicht an eine einzelne Krankenkasse oder ein bestimmtes Versicherungsverhältnis gebunden ist. Eine eindeutige Identifikation wäre damit auch bei einem Wechsel der Krankenkasse oder bei Privatversicherten gewährleistet. Statt immer neue Kennzeichen, Schnittstellen und weitere komplexe bürokratische Verwaltungsabläufe zu schaffen, kann eine bestehende staatliche Struktur genutzt werden.
„Wir haben in Deutschland kein Erkenntnisproblem, wenn es um den dringenden Bedarf an Bürokratieabbau und effizienteren staatlichen Strukturen geht. Wir müssen vorhandene Möglichkeiten so konsequent wie möglich nutzen. Eine eindeutige Identifikation via persönlicher Identifikationsnummer im Gesundheitswesen vereinfacht Verfahren, vermeidet Doppelstrukturen und hilft dabei, Sozialleistungen und öffentliche Angebote zielgerichteter zu organisieren. Das spart nicht nur Geld, sondern vor allem Zeit und unnötige Bürokratie“, sagt Dr. Matthias Berndt, Landesvorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Niedersachsen.
Für das geplante Primärarztsystem kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Damit die Menschen gezielt durch die Versorgung geführt, nach medizinischer Dringlichkeit priorisiert und bei Bedarf an die richtige Stelle weitergeleitet werden können, müssen sie eindeutig identifizierbar sein. Nur so lässt sich sicher feststellen, für welche Praxis sich der Patient oder die Patientin entschieden hat.
„Für das im Koalitionsvertrag vereinbarte verbindliche Primärarztsystem benötigen wir eine verlässliche und alltagstaugliche Identifikation. Die persönliche Identifikationsnummer ist dafür eine gute Grundlage. Es ist unsinnig, neue, teure und umständliche Parallelstrukturen aufzubauen oder jede Krankenkasse eigene Lösungen entwickeln zu lassen. Eine gute digitale Infrastruktur muss den Alltag für Versicherte und Praxen einfacher machen und nicht komplizierter“, so Hausarzt Dr. Berndt.
Die Bundesregierung hat diese Maßnahme in ihrem „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ unter Punkt 28 (Seite 10) angekündigt. Entsprechende rechtliche Änderungen sollen zum 1. Januar 2027 umgesetzt werden.





